
Einfache Rezepte für schöne Familienmomente
Tiramisu kennt jeder – aber diese Zitronen-Version ist für alle, die es lieber frisch und fruchtig mögen als schwer und kaffeebetäubt. Statt Espresso und Kakao kommen hier Lemon Curd und Zitronenabrieb ins Spiel: Eine luftig-cremige Mascarpone-Schmand-Creme, saftig getränkte Löffelbiskuits und dazwischen eine Schicht aus intensivem, seidigem Lemon Curd. Das Ergebnis ist ein Dessert, das nach Sommer schmeckt – und trotzdem die ganze cremige Tiramisu-Wohlfühligkeit mitbringt.
Kein Backen, keine Gelatine, keine komplizierten Techniken. Nur schichten, kühlen, genießen.
Lemon Curd ist eine britische Zitronen-Creme aus Eigelb, Butter, Zucker und Zitronensaft – seidig, intensiv zitronig und von Natur aus cremig-dickflüssig. Sie wird in diesem Tiramisu zwischen die Schichten gestrichen und gibt dem Dessert seinen unverkennbaren frisch-sauren Kontrast zur süßen Mascarpone-Creme.
Lemon Curd bekommst du fertig im Glas in jedem gut sortierten Supermarkt – oder du machst es in 15 Minuten selbst. Beide Optionen findest du am Ende des Artikels.
Mascarpone-Creme
250 g Mascarpone
250 g Schmand
200 ml Schlagsahne
60 g Puderzucker
1 TL Vanilleextrakt
Abrieb von 1 Bio-Zitrone
Zum Schichten
200 g Löffelbiskuits
150 ml Milch
1 TL Vanilleextrakt
Lemon Curd
200 g Lemon Curd (fertig gekauft oder selbst gemacht, siehe unten)
Zum Dekorieren
Frischer Zitronenabrieb
Optional: frische Minzblätter
Das Lemon Curd für die Marmorierung ist bereits in den 200 g oben enthalten – 100 g zwischen die Schichten, 100 g für die Oberfläche.
Schritt 1: Sahne steif schlagen
Schlagsahne in einer kalten Schüssel steif schlagen – die Schüssel und die Quirle vorher kurz in den Kühlschrank oder für 5 Minuten in den Gefrierschrank stellen, das beschleunigt den Prozess und gibt stabileren Schnee.
Wichtig: Sahne wirklich steif schlagen, nicht nur angeschlagen. Sie muss beim Umdrehen der Schüssel stabil bleiben. Zu weiche Sahne macht die Creme zu flüssig.
Schritt 2: Mascarpone-Creme anrühren
Mascarpone, Schmand, Puderzucker, Vanilleextrakt und Zitronenabrieb in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät oder einem Schneebesen glatt und cremig verrühren – nicht zu lange, nur bis alles verbunden ist. Zu langes Rühren macht Mascarpone körnig.
Steif geschlagene Sahne in zwei Portionen vorsichtig unterheben – mit einem Teigschaber von unten nach oben falten, nicht rühren. Das erhält die Luftigkeit der Sahne und macht die Creme leicht und fluffig.
Schritt 3: Löffelbiskuits tränken
Milch und Vanilleextrakt in einem flachen Teller oder einer flachen Schüssel vermischen. Löffelbiskuits einzeln kurz hineintauchen – nur 1–2 Sekunden pro Seite. Nicht länger! Zu lange getränkte Biskuits werden matschig und verlieren ihre Struktur.
Tipp: Die Biskuits sollen außen feucht sein, innen aber noch etwas Biss haben. Sie weichen beim Kühlen noch weiter durch – das ist gewollt und macht das Tiramisu cremig-saftig statt klitschig.
Schritt 4: Erste Schicht
Boden der Auflaufform mit den getränkten Löffelbiskuits auslegen – dicht aneinander, lückenlos. Wenn nötig, Biskuits halbieren um Lücken zu füllen.
Die Hälfte der Mascarpone-Creme gleichmäßig auf den Biskuits verstreichen.
Ca. 100 g Lemon Curd in kleinen Klecksen auf der Creme verteilen und mit einem Löffel oder Messer leicht verstreichen – nicht komplett einrühren, ein leichtes Marmorieren ist schöner und gibt beim Essen abwechselnde Geschmacksmomente.
Schritt 5: Zweite Schicht & Marmorierung oben
Restliche getränkte Löffelbiskuits als zweite Lage darauflegen. Restliche Mascarpone-Creme gleichmäßig darüber verstreichen und glattziehen.
Jetzt kommt der Hingucker: Die verbleibenden ca. 100 g Lemon Curd in großzügigen Klecksen über die gesamte Oberfläche verteilen. Mit einem Messer, Zahnstocher oder dem Stiel eines Löffels in langen, geschwungenen Bewegungen durch die Kleckse ziehen – abwechselnd in verschiedene Richtungen – bis ein schönes Marmorierungsmuster entsteht.
Tipp für schöne Marmorierung: Nicht zu viel durch die Creme ziehen, sonst vermischt sich alles zu einer einheitlichen gelb-weißen Masse. 4–6 Züge in eine Richtung, dann 4–6 quer dazu reichen für ein sauberes, elegantes Muster.
Schritt 6: Kühlen – die wichtigste Phase
Auflaufform abdecken (Frischhaltefolie oder Deckel) und mindestens 6 Stunden kühlen stellen. Am besten über Nacht – nach 8–12 Stunden haben die Biskuits die Creme aufgesogen, alles ist gleichmäßig durchgezogen und das Tiramisu lässt sich perfekt in saubere Stücke schneiden.
Geduld zahlt sich aus: Tiramisu, das nur 2–3 Stunden gekühlt war, ist noch zu weich und die Schichten verschwimmen beim Anschneiden. Über Nacht ist das Ergebnis deutlich besser – fest, sauber schneidbar, cremig.
Schritt 7: Dekorieren & Servieren
Da die Marmorierung bereits die Oberfläche schmückt, reicht kurz vor dem Servieren etwas frischer Zitronenabrieb direkt über das Muster gerieben und nach Wunsch ein paar Minzblätter für Farbe. Das Marmormuster aus Lemon Curd und weißer Creme spricht für sich – kein weiteres Lemon Curd mehr nötig.
In Stücke schneiden und direkt aus der Kühlform servieren.
Fertig kaufen – die schnelle Option. Fertiges Lemon Curd im Glas ist in vielen deutschen Supermärkten erhältlich und hat eine sehr gute Qualität:
Bonne Maman Lemon Curd – Rewe, Edeka, Kaufland – intensiv, fruchtig, empfehlenswert
Wilkin & Sons Lemon Curd – Edeka, Amazon – britischer Klassiker, etwas süßer
Mackays Lemon Curd – Amazon, gut sortierte Supermärkte – kräftig-zitronig
Rewe / Edeka Eigenmarke – günstig, ausreichend für dieses Rezept
Selbst gemacht – in 15 Minuten
Selbst gemachtes Lemon Curd schmeckt frischer und intensiver als aus dem Glas – und ist günstiger wenn man öfter damit backt oder kocht.
Zutaten für ca. 300 g Lemon Curd:
3 Bio-Zitronen (Saft und Abrieb)
120 g Zucker
3 Eier
80 g Butter, in Stücken
Zubereitung:
Zitronensaft, Zitronenabrieb, Zucker und Eier in einem kleinen Topf glatt verquirlen. Butter dazugeben. Bei niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen – nicht kochen lassen. Solange rühren bis die Masse deutlich eindickt und cremig wird (ca. 8–10 Minuten). Die Creme ist fertig wenn sie die Rückseite eines Löffels bedeckt und beim Drüberziehen eine Linie hinterlässt.
Durch ein feines Sieb in ein sauberes Glas streichen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank bis zu 2 Wochen haltbar.
Tipp: Niemals kochen lassen – zu hohe Hitze lässt die Eier stocken und das Lemon Curd wird klumpig. Bei niedriger Hitze und ständigem Rühren gelingt es immer.
Kann ich das Tiramisu auch mit Kaffeearoma machen? Ja – einfach 1 TL löslichen Kaffee in die Milch einrühren und das Lemon Curd halbieren. Ergibt eine Kaffee-Zitrus-Variante.
Warum Schmand statt nur Mascarpone? Mascarpone alleine wäre zu schwer und sehr reichhaltig. Schmand gibt eine leichte Säure, die das Dessert frischer macht und gut zum Zitronengeschmack passt. Die Kombination ist cremiger als Mascarpone pur, aber leichter als mit Doppelrahm.
Kann ich das Tiramisu einfrieren? Nicht empfehlenswert – Mascarpone und Sahne verändern ihre Textur beim Einfrieren und werden nach dem Auftauen körnig oder wässrig. Im Kühlschrank hält es sich bis zu 3 Tage.
Muss das Lemon Curd zwischen die Schichten oder kann man es auch unter die Creme mischen? Beides geht – wer einen gleichmäßigen Zitronengeschmack durch die gesamte Creme haben will, kann ca. 3 EL Lemon Curd direkt in die Mascarpone-Creme einrühren. Die Kleckse-Methode im Rezept gibt aber schönere Kontraste beim Essen.
Wie lange hält das Tiramisu im Kühlschrank? Bis zu 3 Tage abgedeckt – am zweiten Tag ist es sogar noch besser durchgezogen. Ab dem dritten Tag werden die Biskuits etwas zu weich.
Kann ich statt Löffelbiskuits auch Spekulatius oder andere Kekse nehmen? Ja – Spekulatius geben eine weihnachtliche Note. Auch Butterkekse oder Amarettini funktionieren gut. Kekse mit eigenem Geschmack verändern das Tiramisu, aber oft zum Guten.
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